Republik Moldau

Im Juli 2020

Rückblick und Ausblick:
Zur Situation von Perspektive e.V.in der Republik Moldau

Im Dezember2019 flog unsere 1. Vorsitzende, Sigrid Martin, nach Chişinău in die Republik Moldau. Beratung der Familienassistentinnen und Supervision der Therapiesitzungen standen an zwei Tagen auf dem Programm.

Aktueller Anlass der Reise war aber, unsere Zusammenarbeit mit der Einrichtung Caritas Moldova zu besprechen und die Antragstellung auf Unterstützung durch zwei deutsche NGOs auf den Weg zu bringen.

Ein gemeinschaftliches Projekt „joint project“ zwischen mit Caritas Moldova und Perspektive e.V. wurde gemeinsam geplant: Ein kleines Rehabilitationszentrum für gehörlose Kinder nach der Versorgung mit einem Cochlea Implantat (CI).

Auch die Väter machen gerne mit –
und die Kinder genießen zu Zuwendung

Zu den beiden NGO:
Auf Anfrage von „Perspektive“ war die katholische Organisation „Renovabis“ in Freising bereit, die Kosten für die Renovierung der von Caritas Moldova zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten nach Antragsbewilligung zu übernehmen.

Das internationale „Kindermissionswerk – Die Sternsinger“, Aachen war ebenfalls bereit, das o.g. Projekt zu unterstützen. Die dazu nötigen Gespräche waren bereits von Perspektive im Vorfeld geführt worden.

Geplant war, dass Perspektive e.V: mit einer größeren jährlichen Spende an das Kindermissionswerk die Übernahme der Kosten für die therapeutische Versorgung der Kinder und Beratung der Eltern im Personalbereich zunächst für 2 Jahre voll übernehmen würde.

Perspektive e. V. Deutschland sollte das Projekt „Hör- und Spracherwerb bei gehörlosen Kindern mit Cochlea Implantat (CI)“ inhaltlich gestalten und professionell durchzuführen. Perspektive e.V. war schon seit zwei Jahren mit einem Pilotprojekt: „Programm für Familien mit Kindern nach Versorgung mit CI“ in der Republik Moldau tätig und konnte eine entsprechende Expertise vorweisen.

Profitieren sollten die gehörlosen Kinder in ihren Familien direkt und Caritas würde damit auch ein Projekt vorweisen können, mit dem therapeutische Erfolge der Öffentlichkeit medienwirksam vorgestellt werden konnte.

Freude an der Interaktion führt in den Spracherwerb

Mit Freude und Zuversicht wurden dann im Frühjahr die Projektanträge von deutscher Seite unterstützt. Covid 19 kam dazwischen, brachte auch einen Lockdown im moldauischen Familienprogramm „Wachsen mit dem Cochlea Implantat“

Leider wurde die Kommunikation mit Caritas zäher und immer wieder wurde Perspektive um Geduld gebeten. Schließlich kam im Juli die Absage durch den Bischof von Chişinău ohne vorherige Ankündigung, mitgeteilt vom Präsidenten von Caritas, dass die dann renovierten Räume für ein anderes soziales Projekt jetzt vorgesehen seien.  

Zunächst ein Schock für Perspektive e. V., für die Assistentinnen und für ca. 50 Familien mit CI-Kindern in Moldau, die sich durch die Etablierung eines kleinen Zentrums Perspektive und Stabilität erhofft hatten. 10 weitere gehörlose Kinder sollten im Juni zum ersten Mal finanziert durch Mittel des nationalen Gesundheitsdienstes mit einem Cochlea Implantat versorgt werden…

Aber Krisen sind auch eine Herausforderung!
Wir hatten viel investiert, Zeit, Energie, Emotionen und auch finanziell. Nachdem wir uns aus der Schockstarre gelöst hatten, erholt hatten, wurden neue Kräfte frei gesetzt.

Noch im Sommer 2020 wird endlich die Selbsthilfegruppe der Eltern mit Hilfe von Professionellen und Freunden gegründet:
„Crestem cu Implant Cohlea“ (s. gleichnamige Seite in Facebook)

Wegen der Coronakrise in Moldau sind persönliche Treffen mit Eltern und Kindern für die nächste Zeit nicht möglich. Seit Juni gibt es nun regelmäßig sonntägliche Zoom – Sessions für Eltern und Assistentinnen zu verschiedenen Themen.
Mütter schicken jetzt kurze Videos von Aktivitäten mit ihrem Kind ein, die entweder über Viber mit ihnen persönlich analysiert werden oder innerhalb der Zoom-Treffen in der Gruppe besprochen werden.

So soll es sein – Mutter und Tochter

Wir freuen uns über die Eltern der hörgeschädigten Kinder in Moldau,
die nun verstärkt selbst Initiative ergreifen und immer mehr Verantwortung für die Hör-und Sprachentwicklung ihrer Kinder übernehmen.
So sehen wir – trotz der noch zu bewältigenden Hürden in Moldau – mit Optimismus in die Zukunft.

von Uwe und Sigrid Martin

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